Saitenreiter bis 1971

 

Wir beschäftigen uns hier ausschließlich mit der Fender Stratocaster Bridge, die im Zeitraum 1954 bis Ende 1971 verwendet wurde. Diese ist in ihren wesentlichen Komponenten unverändert geblieben. Die komplette Vibratoeinheit aus Stahlblock, Grundplatte und den Saitenreitern soll hier nicht weiter beleuchtet werden, sie weist in den Anfangsjahren Änderungen in den die Ballends der Saiten aufnehmenden Bereich auf. Ansonsten gibt es hier keine Veränderungen und klanglich dürfte es keinen Unterschied machen, ob solch ein Block von 1954 oder 1969 ist.

Woran kann man nun ein Original dieser Zeit von einer Replik erkennen? Zum einen weisen die von Fender derzeit verwendeten Reiter im Vergleich zu manch einer Replik größere Öffnungen zum Durchführen der Saiten auf, so daß die Saiten nicht an den scharfen Kanten aufliegen. Die von Fender aktuell verwendeten haben eine etwas geringere Öffnung. Zum anderen sind diese Reiterchen nicht wie heute zweiseitig mit Fender gestanzt, sondern mit Fender und mit Pat.Pend. War diese gestanzte Beschriftung der Reiter in den 50er Jahren von Exemplar zu Exemplar noch recht unterschiedlich, ist sie in der Neuzeit sehr gleichmäßig. Selbstverständlich kann man auch heute original aussehende Reiterchen erwerben, diese werden aber nicht von Fender selbst hergestellt oder vermarktet. Eine Ausnahme gab es von ein paar Jahren – die in kleiner Auflage zum 50. Jahrestag hergestellte Stratocaster aus dem Custom Shop – diese hatte die korrekten gestanzten Reiterchen.

Ist es überhaupt möglich, anhand von Fotos Originale zu erkennen? Im Regelfall nicht, da das zur Verfügung stehende Fotomaterial nicht aufschlußreich genug ist und die Teile in Realität oft ganz anders wirken. Zur Unterscheidung ist es vielmehr wichtig, über das Wissen über Produktionsprozesse in den 50er im Vergleich zur heutigen Zeit zu verfügen. Während in den frühen Jahren einfache Werkzeuge und Maschinen verwendet wurden, werden heut zu tage hochkomplexe und programmierte Maschinen mit möglichst niedrigen Toleranzen verwendet. Das Ergebnis sind perfekt hergestellte Produkte und genau dies sieht man auch den Fender Reiterchen an.

Diese weisen in den 50/60er Jahren typische Bearbeitungsspuren an Oberkante und Unterseite auf, die Befestigungsbiegung an der Längsschraube ist oft unterschiedlich gebogen, die Reiter wirken oft fragil. Zu dem gesellt sich eine eher unsaubere Vernickelung der Reiter, insbesondere deutlich an den Seitenkanten. Rostspuren sind kein Indiz für Originalteile, dem kann man nachhelfen.

Man kann allerdings eine Originalgitarre auch daran erkennen, daß die Höhenverstellschrauben ganz oft durch Schmutz und Rost festgefressen sind – ein sehr gutes Zeichen! Diese Gitarren klingen meist auch sehr gut, da die Einzelkomponenten dadurch sehr fest miteinander verbunden sind. Ansonsten klingen Repliken, die aus gleichem Material wie das Original hergestellt wurden, auch wie das Original – aber ohne die Rostkomponente!


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Insider Saitenreiter II - GegenüberstellungI


In diesem Beitrag haben wir ein paar Saitenreiter aus verschiedenen Epochen gegenüber gestellt und mit Plagiaten verglichen.



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